Karl mei Drobbe….

Wir müssen ja ehrlich zugeben, wir haben den Blog in den letzten Tagen ein wenig vernachlässigt. Auch wir sind nicht unfehlbar und somit fehlt manchmal einfach die Zeit.
Heute nehme ich sie mir einfach mal, bevor die Strohballen durch die staubige Prärie rollen und der Wolf einsam heult.

Es mangelte allerdings meinerseits nicht an der Zeit, sondern eher an der Gelegenheit auf den Schienen zu reisen. Ich war an das Bett gefesselt und habe wehmütig in mein Taschentuch geschnieft und um die ganzen Zuggeschichten getrauert, die mir entgehen. Spass. So extrem ist die geistige Umnachtung noch nicht fortgeschritten.

Gestern nun also die erste Gelegenheit um wieder mit dem Monopolunternehmen in Kontakt zu treten. Ich brauchte eine neue Monatskarte. Gesagt, getan, ab ins DB Reisezentrum. Nümmerchen gezogen. Wie aufm Amt. Früher war alles besser. Ich sage es Ihnen. Da hat man sich noch ordentlich in der Schlange angestellt und gewartet bis man dran ist. Heute sitzen die Damen und Herren kopfschüttelnd hinter ihrem Schalter, weil die Nummer 1928 nämlich eben einfach gegangen ist, als sie sah, dass auf der Anzeige erst die Nummer 1902 stand. Nun schaut man sich über die Schalter hinweg verzweifelt an, weil die Nummer nicht auftaucht. Wahrscheinlich möchte sie einfach aus dem Smorland abgeholt werden.

Da mit dem Winterfahrplan auch alles besser wird, habe ich nun gestern keinerlei Zweifel daran gehegt, dass das mit dem nach Hause kommen wieder so ein spezielles Unterfangen wird.
Aber wie war das, wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur du denkst…
Störung im Großraum Frankfurt. Und da halten alle meine ICEs eben mal nicht mehr am Hauptbahnhof.
Ersatzhalt: Frankfurt Süd.
Was also tun…Mit der S-Bahn nach Frankfurt Süd, oder den Bummelzug nehmen.
Ich habe mich für den Bummelzug entschieden. Und manchmal, ja manchmal geschehen Zeichen und Wunder, denn dieser Zug hat mich mit tatsächlich nur 15 Minuten Verspätung nach Nürnberg gebracht.
Ein wenig kalt war es allerdings. Aber wir haben ja nun auch gelernt, dass das ja nur guter Wille der Bahn ist. Man friert im Zug, dass man dann draussen nicht schockgefrostet wird, wenn man in die Kälte tritt.
Als ich dem Zugpersonal meine Fahrkarte hinhielt, kommentierte man meine blauen Finger mit „Oh, ein wenig frisch hier drin.“
Hoffnungsvoll genickt, zugesichert bekommen, dass man gleich mal nachschaut, den skeptischen Blick auf das hochmoderne (das ist der Punkt, wo die Ironie aus dem Bildschirm springt. Anm. d. Red.) Schalterwerk beobachtet, die Jacke noch ein wenig weiter zugemacht und die Hoffnung auf einen warmen Zug begraben.

Gerade sitze ich im ICE Richtung Frankfurt. Dreimal dürfen Sie raten, wo ich hinfahre. Richtig. Frankfurt Süd. Murmeltiere……Sie erinnern sich?

Im Übrigen, habe ich mich meinem jugendlichen Leichtsinn hingeben und eine Email an die Bahn geschickt. Gestern Morgen. Die einzige Antwort, die ich bislang bekommen habe, war die automatische Nachricht, über den Eingang der Mail.
Ich würde fast wetten, dass es dabei auch bleibt. Aber ich will mich gern eines besseren belehren lassen.
Jetzt liegt es an euch, liebe Deutsche Bahn.

2 Kommentare zu “Karl mei Drobbe….

  1. Da ich in letzter Zeit öfters als Erbsenzähler aktiv bin (vielleicht sollte ich mich bei der Bahn bewerben?!), möchte ich es auch an dieser Stelle tun. Die Bahn mag einem vielleicht wie ein Monopolunternehmen vorkommen, ist es aber technisch gesehen sowohl im Nah- als auch Fernverkehr nicht.

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