Das Pendlerleben…..

…da denkt man doch, dass das Pendlerleben grossartig sein muss. Abwechslungsreich. Jeden Tag neue Leute, neue Situationen, neue Geschichten.
Ich verrate Ihnen was. Es ist immer das Selbe. Nach einer gewissen Zeit stellt sich tatsächlich eine Routine ein. A la „und täglich grüßt das Murmeltier.“

Jeden Morgen und jeden Abend die gleichen Menschen. In gleicher Konstellation und gleicher Sitzreihenfolge. Immer. Ist einer nicht da, hat er Urlaub, oder ist krank. Das Rätsel löst sich meist sehr schnell, weil sich der Rest der Truppe darüber austauscht. Immer.
Gleiche Menschen am Bahnsteig, gleiche Grüppchenkonstellation an gleicher Strecke am Bahnsteig, gleiche Einstiegsreihenfolge, gleiche Sitzordnung. Immer. Murmeltiere. Alles. Immer.
Und so hat man auch auf einem 250km Arbeitsweg irgendwann Routine.
Die gleichen Obdachlosen/Drogenabhängigen am Bahnhof, die einen jeden Abend um Geld fragen und jeden Abend die selbe Frage, die sich mir stellt, wenn ich dir in den vergangenen 152 Tagen nichts gegeben habe, muss sich das doch irgendwann eingeprägt haben. Die gleichen Obdachlosen, mit den gleichen Fragen, an die gleichen Leute. Immer. Die gleichen Obdachlosen, die in den Mülleimern wühlen, oder gegen die Snackautomaten hauen. Immer. Murmeltiere. Alles. Immer.
Jeden Abend die selbe Entscheidung in der Mitte zwischen Gleis 6 und 7 stehend. Schafft es der IC oder der ICE zuerst den Bahnhof zu verlassen? Fährt man noch mehr Verspätung drauf oder hält es sich in Grenzen. Die gleiche Stelle. Die gleiche Entscheidung. Immer. Murmeltiere. Alles. Immer.
Über die Verspätungsrechung der Bahn sollte man allerdings einen eigenen Artikel schreiben. Derkenige, welcher die Verspätungen errechnet und auch noch im Internet publiziert, sollte gegebenfalles vielleicht eine Nachhilfekurs in Mathematik belegen.
5 Minuten Aufenthalt im Bahnhof heisst nicht, dass sich die Verspätung um 5 Minuten verkürzt? (Liebe Deutsche Bahn, bei gesteigertem Interesse an diesem Thema, würde ich gern die Nachhilfestunde übernehmen-Unentgeltlich)
Zurück zum Thema: Murmeltiere.
Heute habt ihr uns ausgetrickst liebe DB-Mitarbeiter und das wirklich geschickt. An unserem wunden Punkt habt ihr uns getroffen.
Ihr habt einfach einen ganz anders aussehenden Zug geschickt. Einfach so. Aus heiterem Himmel.
Und in jedem einzelnen Murmeltieraugenpaar hat man die Angst gesehen. Ist es der richtige Zug? Hält er überall? Bringt er mich nach Hause. Was mache ich, wenn nicht?
Und wie schön es zu beobachten ist, wenn der Lautsprecher knackt und die gewohnte Strecke durchgesagt wird, in diesem ach so fremden Gefährt. Erst dann nehmen die Murmeltiere ihre gewohnte Sitzhaltung ein und gehen ihren gewohnten Beschäftigungen nach.
Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Aber das sagte ich bereits.

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